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Schmerzbekämpfung

Auf dem Weg zur Verbesserung der Lebensqualität eines Patienten mit Dekubitalulkus spielt die Verminderung und Beseitigung von Schmerzen eine herausragende Rolle. Das permanente Feuchthalten des Ulkus stellt dabei eine der besten Methoden zur Schmerzlinderung dar. Reicht dies nicht aus, können je nach Ausmaß des Schmerzes verschiedene Analgetika (schmerzstillende Pharmaka) verabreicht werden.

Es werden drei Formen von Wundschmerz unterschieden; therapiert werden Schmerzen danach, ob es sich um solche mit Leit- und Warnfunktion oder um chronische Schmerzen handelt, die einen eigenen Krankheitswert besitzen.

Während in den ersten beiden Stadien die Schmerzen auf den Ulkusbereich beschränkt bleiben – hier muss der Schmerz als wichtiges, keinesfalls zu betäubendes Warnsignal des Körpers gedeutet werden, die Lage zu verändern – wird bei fortgeschrittenen Dekubitus der Stadien III. und IV. häufig beobachtet, dass die Betroffenen im ganzen Körper und bei jeder Bewegung diffuse Schmerzen verspüren.

Die INITIATIVE CHRONISCHE WUNDEN empfiehlt eine Schmerztherapie, die sich an den Regeln für chronische Tumorschmerzen der WHO (World Health Organization) orientiert. Dies bedeutet unter anderem, die zur Schmerzstillung erforderlichen Medikamente nach einem festen Zeitschema oral zu verabreichen und Monopräparate zu verwenden, die mindestens sechs Stunden wirksam sind, damit die Nachtruhe nicht durch Schmerzen beeinträchtigt wird. Gemäß dem WHO­ Konzept sind als erstes NICHTOPIOIDE (z.B. Aspirin oder Paracetamol) einzusetzen, später gegebenenfalls stärkere Substanzen (Opiate) und Adjuvanzien (Zusatzmedikationen) wie beispielsweise Antidepressiva oder STEROIDE. Wirksam ist die Schmerztherapie dann, wenn die Gabe des Schmerzmittels regelmäßig erfolgt und die Dosis individuell an den Patienten angepasst wird.