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Tertiärprävention

Um einen dauerhaften Heilungserfolg zu gewährleisten, müssen auch nach der Abheilung eines Dekubitalulkus Maßnahmen getroffen werden. Die Aufgabe dieser so genannten Tertiärprävention besteht darin, einen Rückfall zu vermeiden. Die Prinzipien der Tertiärprävention entsprechen im Wesentlichen denen der Prophylaxe. Die Behandlung der Grunderkrankung und die Beseitigung der Immobilität stehen somit an vorderster Stelle, gefolgt von der Bekämpfung von Risikofaktoren.

Es ist wichtig, dem Patienten die Bedeutung der einzelnen Aspekte nahe zu bringen, um die Eigenverantwortlichkeit und die Selbstkontrolle zu stärken. Bewährt hat sich in diesem Zusammenhang die Vereinbarung von Jahres- und Quartalszielen zwischen Arzt und Patient. Hierzu wird der gegenwärtige Zustand des Patienten notiert und anhand des medizinischen Normwertes ein individueller Zielwert, beispielsweise in Bezug auf das Körpergewicht, erarbeitet. Einmal im Quartal werden die Werte miteinander verglichen; wurde beispielsweise eine angemessene Gewichtszunahme und ausreichende Flüssigkeitszufuhr avisiert, bietet die Quartalskontrolle dem Arzt eine gute Handhabe, den Erfolg zu prüfen. Dem Patienten werden Fortschritte bewusst; bei Misserfolgen müssen die Maßnahmen konsequenter und unter Anleitung durchgeführt sowie eventuell ergänzt werden.

Nach Ablauf eines Jahres wird der langfristige Erfolg der Tertiärprävention beurteilt; sind keine Rezidive entstanden und die vor Jahresfrist gesteckten Ziele erreicht, gilt die Tertiärprävention als gelungen. Nun ist es wichtig den Patienten zu motivieren, an den positiv wirkenden Maßnahmen weiterhin kontinuierlich festzuhalten. Zu einer fruchtbaren Motivation gehört es, den Kontakt zum Patienten nicht abreißen zu lassen, ihm mit Empathie zu begegnen, seine Mitarbeit zu fördern und ihn stets gut zu informieren und zu schulen.