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Ärzte in der Pflicht – juristische Konsequenzen

Als iatrogener, d.h. durch den Arzt verursachter Schaden kann Dekubitus rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Entscheidungen des Bundesgerichtshofes (BGH) haben festgestellt, dass Vorbeugung und Behandlung des Dekubitus ärztliche und nicht allein pflegerische Aufgaben sind.

Um eine durchgeführte Dekubitusprophylaxe bei gerichtlichen Auseinandersetzungen auch noch Jahre nach der Pflege beweisen zu können – nach §§ 195 und 847 BGB besteht eine Klagefrist von bis zu 30 Jahren – müssen ein Dekubitusrisiko sowie die getroffenen prophylaktischen Maßnahmen schriftlich dokumentiert und in der Patientenakte aufbewahrt werden. Maßnahmen, die zur Durchführung an das Pflegepersonal delegiert werden, sind vom behandelnden Arzt zu kontrollieren.

Bestehen Bedenken der Pflege gegenüber den ärztlich angeordneten Vorkehrungen, sind die Anordnungen des Arztes auszuführen; der Arzt trägt dann die alleinige Verantwortung. Dokumentiert das Pflegepersonal seine abweichende Meinung, ist es haftungsfrei.